Teilnehmer:
Dr. Christiane Schilling (Augenärztin,Teamleiter)
Dr. Jan Büttner (Augenarzt)
Dr. Matthias Müller-Holz (Augenarzt)
Gabriela Bolze (OP-Schwester)
Lena Holz (Optikerin)
Franz Holz (Praktikant, OP-Springer)
Die Vorbereitungen für unseren Einsatz starteten schon Anfang des Jahres mit Buchung der Flüge und Einreichen der Unterlagen für Arbeitserlaubnis und Importgenehmigung. Während wir die Arbeitserlaubnis diesmal relativ bald erhielten, warteten wir umsonst auf die Importgenehmigung. Wir starteten zeitversetzt in zwei Gruppen. Matthias, Lena und Franz begannen den Einsatz eine Woche früher mit einer Safari. Sie hatten keine ernsthaften Probleme beim Zoll.

Dafür durften wir wieder alle Koffer öffnen und mussten lange Erklärungen abgeben. Letztendlich mussten wir Father Manoel zu Hilfe holen und konnten dann endlich starten. Als unangenehme Überraschung stellte sich heraus, dass die neue Straße repariert wurde und wir somit, wie in alten Zeiten über Schotterpisten nur langsam mit viel Staubentwicklung voran kamen. Unterwegs sammelten wir auch Fam. Müller-Holz ein und mit zwei Schwestern des Klosters und unserem Gepäck war der Bus gut beladen. In Dareda war nach der Zimmeraufteilung und dem Abendessen nur noch Nachtruhe angesagt. Am folgenden Tag starteten wir wie üblich mit dem Geräteaufbau.

Joshua, der leider erkrankt war, hatte eine sehr gute Vorarbeit geleistet, sodass wir zeitig mit der Sprechstunde beginnen konnten.

Joshua schickte uns eine Nachricht, dass er noch 20 Patienten nach Puma bestellt habe. Also beeilten wir uns, um noch am gleichen Tag nach Puma zu kommen. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass auch für Dienstag noch Patienten für Dareda bestellt waren. Sie mussten nun auch nach Puma kommen, ebenso die Patienten aus Gehandu. In Puma wurden wir wie immer sehr herzlich empfangen. Nach dem Abendessen ging es an die Aufteilung der Zimmer. Ein kleines Problem war, dass zur Zeit Studenten in Puma waren und die Zimmer zum Teil belegt waren. Nach einem Gespräch mit Erläuterung unserer Problematik konnten wir am nächsten Tag „unsere“ Zimmer im Gästehaus beziehen.

Der Folgetag begann mit Einräumen des OPs und der Ambulanz. Der neue chirurgische OP ist ebenso wie die Männerstation mit Zweibettzimmern und Sanitärzelle sehr schön geworden und kein Vergleich mehr zu frühe



Die Sachen aus dem Container einschließlich Autorefraktometer und YAG-Laser fanden wir nach einigem Suchen im Lager, der OP-Tisch stand schon im OP bereit. Während Gabi, Jan und Matthias den OP vorbereiteten und Lena und Franz Brillen sortierten, untersuchte Christiane die Patientein der Ambulanz. Als Dolmetscher fungierte Felix, der Semesterferien hatte und auch schnell wieder in die Biometrie eingearbeitet werden konnte.


Etwas problematisch war es mit Intubationsnarkosen für die Kinder. Dr. Nyenyembe, der im Ruhestand ist, war verreist und kam erst in der folgenden Woche wieder. Ein Kind, das von weit her zur Enucleation kam, musste deshalb länger in Puma auf die OP warten. Beim nächsten Einsatz ist das für die Planung zu beachten.

Die weiteren Tage verliefen ohne Besonderheiten mit gut gefüllter Ambulanz und unkomplizierten Operationen. Der YAG-Laser funktionierte sehr gut und durch seinen Einsatz lässt sich unser Behandlungsspektrum erweitern. Im OP gab es ein personelles Problem. Die Schülerinnen befanden sich in der Prüfungsvorbereitung und Victoria stand uns nur sehr bedingt als unsterile Schwester zur Verfügung. Also wurde Franz angelernt und führte diese Aufgaben auch prima aus. Ein besonderes Highlight für das Kloster war der Besuch des Bischofs aus Moshi. Alles war entsprechend geschmückt und alle waren aufgeregt. Ende der Woche musste uns Jan unplanmässig aus familiären Gründen leider schon verlassen. Matthias hatte sich aber inzwischen im OP schon gut eingearbeitet und der Einsatz konnte fortgesetzt werden. Am Sonntag wurde nach Gottesdienstbesuch und Mittagessen für uns ein Fahrer organisiert, der uns nach Singida brachte. Der Besuch des Marktes war für die „Neulinge“ ein besonderes Erlebnis, ebenso der Ausflug zum Salzsee, wo wir eine Hochzeitsgesellschaft mit wunderschöner Braut bewundern konnten. Auf dem Rückweg fuhren wir noch in Kinahara vorbei, wo Franz mit den Studenten an einem Fußballturnier teilnahm. In der zweiten Woche kamen auch wieder Kinder aus der Blindenschule Ikungi, für die wir die Transportkosten übernahmen.


Und wir hatten auch endlich den Narkosearzt zur Verfügung und konnten die Enukleation bei schmerzhaftem Glaucoma absolutum durchführen. Zwar hatte uns der Vater von einer Sichelzellanämie berichtet, aber nicht erwähnt, dass das Kind an einem Faktor VIII-Mangel leidet. Nach unkomplizierter Operation kam es deshalb zu einer massiven Nachblutung, die uns viel Kopfschmerzen bereitete.
Am Freitag fuhren wir nach Inventur und Zusammenräumen der Geräte nach Dareda. Die Strassen waren sehr voll mit vielen Lastwagen, auf denen dichtgedrängt Menschen standen. So war der ganze Weg bis nach Arusha mit vielen Fahnen und Menschen, in den Nationalfarben gekleidet, gesäumt. Die Regierung mit der derzeitigen Präsidentin war auf Wahlkampftour. In Babati und anderen Orten waren Großveranstaltungen angesagt. Das Ganze erinnerte ein bisschen an alte DDR-Zeiten.
Der Einsatz verlief wieder einmal erfolgreich und zeigte, wie groß weiterhin der Bedarf an einer augenärztlichen Versorgung speziell in den ländlichen Gebieten ist.
Wir führten 376 Untersuchungen und 48 Operationen durch. 8 Patienten erschienen nicht zur geplanten Operation. Die Anpassung von Brillen zeigte mit 207 Einstärkenbrillen und 245 Sonnenbrillen eine deutliche Steigerung. Diese war durch die grössere Anzahl mitgebrachter Brillen möglich. Besonders der Bedarf an Minusbrillen steigt an.
Ermöglicht wurde unser Einsatz wiederum nur durch die vielfältige Unterstützung. Nennen möchten wir besonders: Augenärztliches MVZ Drs Riedel&Müller-Holz, Augenzentrum Gera am Elsterufer, „Brillen ohne Grenzen“ Ehepaar Michaela und Michael Roos , „Die Plattform“ Herrn Heuser, Fa. Human Optics Herrn Jäkel, Hermas Optic Schleusingen, Fa. Medana GmbH Herrn Nebel, Fa. Omnivision Frau Heinrich, Frau Pfriem, Fa. Ugietec Herrn Giebeler, Fielmann AG Suhl Herrn Geisler, Herrn Hufeland, Interplast Germany Dr. Schidelko, Rudolf-Virchow- Klinikum Glauchau, SRH Zentralklinikum Suhl gGmbH, Lionsclub Glauchau, Lions Club Suhl-Zella-Mehlis. Unser Dank gilt auch den vielen privaten Spendern, insbesondere wieder der großzügigen Spende der Carlos-und-Maria-Schmidt-Stiftung in Köln.
Nur durch all diese Hilfe kann unsere Arbeit und Hilfe fortgeführt werden.






