Teammitglieder: Dr. Hanna Petzold, Dr. med. uni. Maximilian Rasch, Dr, Frank Klemm, Ramona Sellke, Dr. Volker Rasch (tageweise), Helfer: Peter Sander, Sarah Simmack
Mit viel Gepäck sind wir am Samstag, den 04.10. von Berlin über Frankfurt am Flughafen in Zanzibar gut gelandet.


Zur selben Zeit trafen mehrere weitere Flugzeuge aus unterschiedlichen Richtungen ein, sodass der Empfangsraum für die Visaabwicklung innerhalb kurzer Zeit überfüllt war. Gegen eine Zahlung von 25 US $ pro Person-selbstverständlich ohne Quittung- ließ sich der Einreiseprozess deutlich beschleunigen. Entsprechendes Personal stand bereit, um zahlende Reisende an den langen Schlangen der übrigen Ankommenden vorbei zu schleusen. Das Gepäck stand bereits bereit und die Zollkontrolle wartete auf uns. Wie bei jeder Einreise kam es zu Diskussionen über die Mitnahme von Brillen und technischen Geräten. Obwohl wir eine Einfuhrgenehmigung der TFDA vorlegen konnten, wurde dennoch eine zusätzliche Gebühr für den entstandenen Aufwand verlangt. Nach einer längeren Diskussion und Nichtzahlung der Gebühr durften wir schließlich mit 3 Fahrzeugen den Flughafen in Richtung Hotel verlassen. Dort eingetroffen, stellten wir alle persönlichen Dinge ab und fuhren anschließend direkt ins KMKM Hospital. Im Hospital angekommen, begannen wir sofort mit dem Aufbau der Geräte und der Vorbereitung der Medikamente. Am späten Nachmittag verließen wir das KMKM-alles war betriebsbereit und einsatzfähig. Am Montag begann die Arbeit um 8:30 Uhr. Eine feierliche Eröffnung des Eye Camps fand dieses Mal nicht statt. Der Hof des Hospitals war wie gewohnt gut gefüllt. Der Commodore entschuldigte sich für den Ausfall der Zeremonie, da zahlreiche Verantwortliche zur Unterstützung der bevorstehenden Wahlen anderweitig abberufen wurden. Für uns bedeutete das jedoch, dass wir früher mit der Arbeit beginnen und den Tag effektiv nutzen konnten. Da für dieses Eye Camp kurzfristig der zweite Arzt ausfiel, übernahm Max die Untersuchungen an der Spaltlampe.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten lief der Ablauf in der Ambulanz jedoch von Tag zu Tag besser und routinierter. Die Patienten wurden zunächst an mehreren Stationen vermessen und anschließend-gemeinsam mit einem Dolmetscher-an der Spaltlampe untersucht. Neben alltäglichen Beschwerden, wie wir sie auch in Deutschland häufig sehen, begegneten uns zahlreiche schwerwiegende Krankheitsbilder. Besonders häufig traten fortgeschrittene Glaukom-Fälle auf, aber auch bewegende Schicksale von Menschen, die durch Unfälle ein Auge verloren hatten. Trotz dieser teils belastenden Begegnungen überwog die Freude darüber, dass wir vielen Menschen ein Stück Lebensqualität zurückgeben konnten-sei es durch eine Operation, eine passende Brille oder die richtigen Augentropfen. Ohne die im Rahmen des Eye Camps kostenfreie Behandlungen wäre das für die meisten kaum erreichbar gewesen.
Für den OP-Saal war ebenfalls alles vollständig vorbereitet, sodass Hanna mit Ramona zusammen frühzeitig mit den Operationen beginnen konnte.

Eigentlich war vorgesehen, dass zwei Operateure im Wechsel jeweils fünf Katarakt-Operationen durchführen. Aufgrund eines kurzfristigen krankheitsbedingten Ausfalls von Leo musste Hanna jedoch alle Eingriffe allein übernehmen-eine besondere Herausforderung, da bei 85% der Patienten bereits sehr fortgeschrittene (mature) Katarakte vorlagen. Trotz dieser erschwerten Bedingungen konnten erfreulicherweise insgesamt 80 Kataraktoperationen erfolgreich durchgeführt werden. Volker unterbrach seinen Urlaub für einen Tag und behandelte zudem bei zahlreichen Patienten den Nachstar erfolgreich mit unserem YAG-Laser.

Der geplante 3-geschossige Bau der Augenklinik wird voraussichtlich mehr Zeit in Anspruch nehmen als zunächst vorgesehen. Aufgrund der Dringlichkeit besteht jedoch die Notwendigkeit, eine Zwischenlösung zu finden. Hierfür bietet sich ein bereits vorhandenes, zweigeschossiges Gebäude auf dem KMKM-Gelände an, das sich für unsere Zwecke gut eignen könnte. Das würde bedeuten, dass wir zunächst mit dieser Zwischenlösung als Augenklinik beginnen und den geplanten Neubau anschließend weiterhin gezielt vorantreiben und umsetzen werden.
Das Einverständnis für den Ausbau wurde sowohl von der Hospitalleitung als auch vom Commodore des KMKM erteilt. Die von mir angeforderte schriftliche Bestätigung erhielten wir am letzten Tag unseres Aufenthaltes im Rahmen einer offiziellen Verabschiedungsfeier. Die Kosten für den Ausbau werden übernommen, der Verein stellt lediglich die medizin-technischen Geräte zur Verfügung.

Noch während des Einsatzes begannen wir mit der Planung des Innenausbaus und beauftragten ein deutsches Architektenbüro, Entwurfsskizzen für die Gestaltung zu erstellen. Für die Umsetzung stehen modulare Trennwandsysteme mit einer Höhe von 220 cm zur Verfügung, die sich schnell und kostengünstig installieren lassen. Die endgültigen Kosten für die Erstellung des Architektenplans sind derzeit noch in Klärung.
Fazit: 1122x Augen-Screening, 3291x Medikamente, 56x Lesebrillen, 302x Lichtschutzbrillen, 164x Minus-Brillen, 88x Operationen, davon 85x Katarakt-OP, 1x Pterygium, 1x Conj. Cyst., 1x IOL-Dislokation, 23x YAG-Laser. Ermöglicht wurde dieser Einsatz wiederum durch die Unterstützung, u.a. Brillen Weltweit e.V., Human Optics, Omnivision, interplast Germany, Augenklinik Potsdam im Graefe Haus, W2O, Thea Pharma, Teleon u.a. Unser Dank gilt auch die vielen privaten Spendern, insbesondere wieder der großzügigen Spenden der Carlos-und-Maria-Schmidt-Stiftung Köln und der Fam. Dr. S. Flick.
Dank gilt allen Sponsoren und dem gesamten Team! Ihr Engagement tragen maßgeblich dazu bei, die Vision unseres Vereins Wirklichkeit werden zu lassen.






